gulli: England: Provider verwarnen Urheberrechtsverletzer - Industrie liefert die Beweise

Anzeige

gulli:Toolbox

Voting

Worüber wollt ihr mehr News?
Netzwelt
Untergrund
Filesharing
Datenschutz
Hacking
Demoszene
Mobiles (Handy)
Linux
Feature (Gulli Glosse)
26. Juli 2008

England Provider verwarnen Urheberrechtsverletzer - Industrie liefert die Beweise

Sechs britische Provider sind zu der Übereinkunft gelangt, Urheberrechtsverletzer mit Briefen zu verwarnen, so dass diesen ihr Vergehen bewusst wird. Die Beweise für diese Taten liefert dabei aber nicht etwa irgendein unabhängiges Unternehmen. Nein, die British Phonographic Industry (BPI) höchstselbst versorgt die Provider mit Daten. Eine Gegenprüfung, ob diese korrekt sind, findet nicht statt.

Die Provider wollten wohl nie zum Helferlein der Musikindustrie degradiert werden, doch aufgrund des immensen politischen Drucks, ist ihnen nun genau dies wiederfahren. Gegenwärtig haben sechs britische Provider ein Dokument unterzeichnet, in welchem sie sich dazu verpflichten, gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen.

Dies wird durch Briefe realisiert, welche den jeweiligen Kunden über dessen Fehlverhalten aufklären sollen, um ihn zum Pfad der Tugend zurückzubringen. Die Kunden von Virgin Media kennen dieses Spiel bereits, welches nun in einer neuen gigantischen Form ausgeübt werden soll. Interessant ist an dieser Aktion aber vor allem die Tatsache, wer die Beweise - oder Ziele - für eben diese Art von Briefen organisiert. Dies ist nämlich keinesfalls die Aufgabe einer unabhängigen Firma oder gar durch die Provider selbst. Die British Phonographic Industry hat sich die Ermittlung der bösen Raubkopierer auf die Fahnen geschrieben, inklusive der Übermittlung der Daten an die Provider. An dieser Stelle sollte man sich ins Gedächtnis rufen, wer die BPI eigentlich ist. Das Ergebnis könnte in ungefähr so lauten, dass diese sämtliche Interessen der Musikindustrie in Großbritannien vertreten. Eindeutig der richtige Partner. Man könnte ja vielleicht noch damit leben, dass diese die Daten erheben wollen. Dann wäre es aber mehr als fair, wenn veröffentlicht würde, wie und vor allem durch wen diese Daten erhoben werden. Dies verweigert die British Phonographic Industry nämlich bislang, und ist somit der Einzige, der wirklich weiß, wie man zu den Beweisen gelangt. Eine Prüfung durch Dritte ist nicht vorgesehen. (Firebird77)

(via torrentfreak, thx!)

  • 7 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von Imotep1973 Das ganze erinnert mich an Selbstjustiz! Nicht nur dich. Fehlt nur noch, dass die Provider nach 3x Verwarnung den Zugang sperren. [ironie] Fehlt nur noch, dass das Kreise zieht. Dann kann ich jeden anschwärzen, der mir im Internet nicht passt. Und schwups, kann ich jeden rauschschmeissen, dessen Nase mir nicht passt. Jawohl, Verwanungen für ...

  • Hehe, zum Glueck wohne ich gerade in Bulgarien, wo die Politiker Filesharing sogar unterstuetzen und wo ich ganz entspannt mir 3 MB pro Sekunde aus Torrents laden kann Ich verstehe echt nicht, wieso in Westeuropa so ein Theater gemacht wird - es gibt doch schlimmere Sachen, wie z.B. Armut, um die man sich kuemmern sollte ... Ach jaa, da war doch was mit " Geld regiert die Welt".

    TonyMontana187 am 28.07.2008 16:01
© Copyright 2008 gulli.com  | home | sitemap | kontakt | impressum | Partner | downloads |